Fantasia Cromatica – in poetry

To celebrate my 30+ years performing this piece, and possibly its 300 years of existence… I’m posting my poem, from 2012, which for me embodies the spirit of the work. Enjoy!

Fantasia Cromatica

In the beginning
Was the word
The first colour
The original singularity – primal insubordination!
A secret nutshell of
Sin-Oppression-Tyranny-Conceit
But also Love-Beauty-Joy-Serenity-Compassion
Waiting for an aeon to be recognised, and implicated

Colour unleashed
Coursing into channels of unabashed unexamined creativity
The trite hydrogen atom
Heats up and becomes the world.
Yes! Kaleidoscopic displays of
Multi-hued Bravura, in the form of
Nebulae; asteroids flying at unadvisable speeds
Duck in and out of gravitational warps
Which in turn escape detection
Until the better part of Anno Domini:
The Greater Caffeinated Age.

My ancestors were supernovae!
Praise be for stardust and other miraculous components.
Everyday quantum quirkiness revels in its secret infiltrations;
The apparently humble electron swears allegiance
To yet-to-be-detected powers; a Quantum Lodge?

Gravitational powers unite!


3.10.2003
with Olaf Schmidt and Jean-Marc Le Bon

Unterwegs mit der Fantasia Cromatica

Meine persönliche Reise mit der Fantasia Cromatica BWV 903 begann 1985; meine damalige Lehrerin (Elizabeth Morgan) hat mir das Stück einfach gegeben, da gab’s keine Fragen, das Stück musste gelernt werden, und innerhalb eines Monats. Das war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft; ich spiele dieses Werk in der Regel einmal im Jahr, es ist zu einem musikalischen Begleiter geworden, zusammen mit meiner Bratsche und meinem Bogen. Ich habe die Fantasia Cromatica oben auf einem verschneiten französischen Berg gespielt, im sechsten Monat schwanger, ich habe sie morgens um 7 gespielt bei einem Internationalen-Frauentag-Frühstück, ich habe sie bei einem Tanzfest in Mannheim gespielt, mit zwei wunderschönen Tänzern, wo ich mich nicht getraut habe, hinzuschauen, aus Angst, dass ich mich verspiele und sie zum Stolpern bringe… Ich habe das Stück mit diversen Kollegen und Freunde durchgearbeitet, Pianisten, Komponisten und Dirigenten, die alle ihren Sinn für Balance und alles, was ein Bachsches Werk ausmacht, vermittelt haben, hauptsächlich durch rege Augenbrauenbewegungen und Gestikulation. Ich hoffe sehr, dass die guten Einblicke mir geblieben sind!

 

Dafür, dass Bach am liebsten Bratsche spielte im Orchester, hätte er mehr für uns Bratschisten schreiben können! Meine persönlichen Favoriten (zum Selber-spielen) sind die Partita Nr 2 für Solo-Violine, d-Moll (dann in g-Moll!), die drei Viola da Gamba Sonaten, und eben die Fantasia Chromatica. Die Suiten für Violoncello-Solo spiele ich ungern, weil ich das Gefühl habe, ein wichtiger Teil würde bei der Bratsche fehlen, nämlich der Bassbalken vom Cello. Ich freue mich, wenn andere Bratschisten die Cello Suiten schön spielen, für mich gibt es eben andere Stücke die interessanter sind.

 

Johann Sebastian Bach ist wie ein Naturwunder, seine Musik ist wie ein Naturereignis, wir erleben fließende Natur, die mehr zu leben und erleben sucht, wir erleben unsere menschliche Seele, mit allen Höhen und Tiefen, seine Musik verbindet uns mit uns selber und miteinander; Bach versteht und beschreibt, umschreibt, unseren Schmerz, mit Würde, so dass wir es schaffen, in unserer tiefsten Trauer den Kopf hochhalten zu können, weil wir wieder erkennen, dass unsere Seele, unser Sein, unendlich ist, dass diese Schmerzen ein Teil des Ganzen sind, und er zeigt uns auch die in unseren Seelen innewohnende Anmut und Würde. Bach ist wie ein emotionaler Erzieher, die Emotionen in seinen Werken sind ausgereifter, schöner, irgendwie poetischer; sein Instinkt im Kommunizieren ist phänomenal, seine Werke haben diese Ernsthaftigkeit, die uns miteinander verbinden. Damals in den Kantaten und Oratorien wurden die Choräle vom Publikum gesungen, was wirklich ein ganz anderes Erlebnis darstellt; Musik zum Zusammen-Machen und Anfassen berührt und bewegt uns mehr als Musik, die außerhalb von uns bleibt.

 

Bach war mit neun Jahren Vollwaise; seine Mutter starb, im Januar 1694, und später im gleichen Jahr, sein Vater. Der Vater hatte inzwischen wieder geheiratet, und die neue Stiefmutter versuchte das Amt ihres verstorbenen Mannes zu übernehmen, um für die Kinder zu sorgen. Stadtpfeifer durfte sie nicht werden, und die Kinder mussten aufgeteilt werden unter anderen Familienmitgliedern. Johann Sebastian ging zu seinem 13 Jahre älteren Bruder Johann Christoph, nach Ohrdruf. Bis dahin hatte Johann Sebastian Geigenunterricht beim Vater gehabt, und Orgel- und Kirchenmusikunterricht bei einem Vetter vom Vater; beim Bruder (der Organist war) hatte er weiterhin Orgel-Unterricht, und ging in die Lateinschule. Er scheint viel beim Bruder gelernt zu haben; der andere große Einfluss war sicherlich der 70-jährige Buxtehude, den Bach in Lübeck besuchte, irgendwann später. Beide waren voneinander sehr angetan; Bach hätte Buxtehudes Stelle bekommen, hieß es, nur dass die Bedingung dafür die Heirat mit der ältesten Tochter war…

 

Es ist wirklich ein Phänomen, wie viele Musiker es damals gab mit dem Namen „Bach“. JS Bachs Ururgroßvater zog damals aus Ungarn oder Slowakei als Glaubensflüchtling nach Deutschland, und ließe sich in Wechmar, bei Gotha nieder. Er war Bäcker, und spielte ein Zupfinstrument namens „Cithrinchen“. Sein Sohn Johannes war ebenfalls Bäcker und gleichzeitig „Spielmann“; alle Nachfahren sind anscheinend Musiker gewesen. 1735 hat (unser) Bach ein Buch verfasst, worin 53 Musiker vorkamen, alle mit dem Namen Bach, alle Musiker.

 

Für mich hat Bach ein erstaunliches Selbstbewusstsein; die Art, mit der er  Charaktere darzustellen vermag, ist sehr vollkommen. Noch dazu weiß man heutzutage, wie oft er Botschaften und/oder Rätselspiele in seine Werke hineinversteckt und überliefert. Das beste Beispiel hierfür ist vielleicht die Chaconne (aus der zweiten Partita, d-Moll, für Solovioline), die sehr viele Referenzen enthält über seine damals frischverstorbene Gattin, Maria Barbara Bach. Choräle wie Kirchenfesttage sowie Namen sind darin verschlüsselt. Die architektonische Leistung dieses Werkes ist verblüffend, das nennt sich Gematrie, und es ist ein Studium für sich. Die Kunst zu deuten als Übermittler von Informationen, seien es Bilder aus der Renaissance oder aus dem Barock, gewährt gewiss einen Einblick in das damalige Leben. Solche Bilder sind voll mit Zeichen, mit Deutungen, die wir heutzutage nicht in der Lage sind zu „lesen“. Des Künstlers Aufgabe war es, komplexe Informationen in einfachen Formen zu präsentieren. Kultur ist ein derartig wichtiges und interessantes Konzept: es ist das, was uns wirklich in uns hineinspüren lässt, wo wir wieder Seele, die eigene Seele, sind. Die Kultur ist für mich eine Art Zentralnervensystem für die gesamte Menschheit, jeder trägt seinen Teil dazu bei und das System wird immer größer und immer komplexer und erstaunlicher.

 

 

Der argentinisch-deutscher Komponist Mauricio Kagel sagte: „Es kann sein, dass nicht alle Komponisten an Gott glauben. An Bach glauben sie aber alle!“ Welcher Komponist kann wirklich behaupten, frei von seinem Einfluss zu sein? Nach dem berüchtigten Treffen mit Johannes Brahms und Richard Wagner damals in Wien, hat Wagner anscheinend getobt über „den hölzernen Johannes, der Aufrecht-Erhalter der Bachschen Traditionen“, als ob das was Schlechtes sei! Brahms machte sich sowieso lustig über Wagner, weil er immer ein Programm benötigte, um komponieren zu können. (Sein Spitzname für das Bordell um die Ecke war „Wagner-Verein“…)

Ich finde, Bach ist ein Existenz-Upgrade.

 

Die Fantasia Cromatica wurde wahrscheinlich zwischen 1717 und 1723 komponiert, vielleicht ist sie jetzt 300 Jahre alt… Sie scheint in Köthen komponiert worden zu sein, nachdem Bach die Anstellung am Hofe von Fürst Leopold zu Anhalt-Köthen als Kapellmeister erhalten hat. Dieser hatte die 17 Musiker des Berliner Hofes engagiert, die von Friedrich Wilhelm I, dem „Soldaten-König“ (und dem Vater von Friedrich dem Großen) im Jahre 1714 entlassen wurden, im Zuge seinen „Kürzungen“. Fest steht, dass Bach eingeladen wurde, für diese Solisten zu komponieren, und zwar säkulare Musik, eine Chance, die ihn so begeistert hatte, dass er sein Amt als Konzertmeister in Weimar gar nicht gekündigt hatte, bei seinem Arbeitgeber, Fürst Johann, Schwager von Leopold. Er wurde verhaftet, als er nach Hause ging, um Kind und Kegel einzupacken, und verbrachte daraufhin vier Wochen im Gefängnis. Er verließ Weimar in Ungnade…

Die frühste Kopie der „Fantasia“ stammt von 1730; die Anzahl der gefundenen Kopien zeugt von der unglaublichen Beliebtheit dieses Werkes. Der Titel „Fantasia Cromatica“ stammt wahrscheinlich von Anton von Hoffmeister, dem ersten Verleger des Werkes, um die Attraktivität dessen zu steigern. („Mondschein“ und „Pathètique“ waren angeblich seine Erfindungen zu Beethovens bekannten Klavierwerken, die er später herausgegeben hatte…).

Eine Hauptattraktion der Fantasia für mich ist die unerwartete Spontaneität, mit der die Passagen durch die Tonarten rasen; die gewohnten harmonischen Strukturen sind aufgehoben, und jeder Ton ist frei, sich enharmonisch zu entwickeln. Wir bekommen dadurch einen erweiterten Raum, die Möglichkeiten eines einzelnen Tons oder einer Phrase, sich zu entwickeln, haben sich exponentiell vergrößert; Inhalt übertrifft Form. Vor allem, man ahnt, wie Bach selber improvisiert hätte. „Innerhalb meiner Grenzen muss alles machbar sein“ ist ihm als Zitat zugeschrieben, und auch wenn ich keine Referenz hierfür finde, trifft diesen Satz sein Schaffen sehr gut. Es ist ein Universum für sich, wo die Grenzen ständig erweitert werden durch seine unermüdliche Geschicklichkeit, seine Verspieltheit und nicht zuletzt sein tiefes Verständnis für das menschliche Dasein. Die Fantasia Cromatica ist auch ein Unikat. “Unendliche Mühe habe ich mir gegeben, noch ein Stück dieser Art von Bach aufzufinden, aber vergeblich. Diese Fantasie ist einzig und hat nie ihres Gleichen gehabt.” (Nikolaus Forkel, Bachs erster Biograph). Sie hat keinen Vorgänger, vielleicht aber einen Nachfolger, Mozarts Fantasia in c-Moll KV475. Mendelssohn pflegte seine Klavierabende mit der Fantasia Cromatica zu eröffnen, eine Tradition, die erhalten wurde von u.a. Liszt, Brahms und Busoni, noch lange vor der wirklichen Renaissance von Bachs Musik. Bach war seinerzeit bekannt als Organist und großer Improvisationskünstler; seine Berühmtheit als Komponist kam erst im 20. Jahrhundert.

Die Fantasia Cromatica fängt mit einer Toccata an, mit unbarmherzigen Arpeggien, Wogen und Stürmen, die das gesamte Register des Instruments und den ganzen tonalen Raum überhaupt benutzt, im Stil einer Orgel-Toccata; durch den erweiterten enharmonischen Raum verliert der Zuhörer den Boden unter den Füßen, solche enharmonischen Veränderungen galten bis dahin als unerträglich! Dann kommt ein Choral, lose an dem Anfangsstatement orientiert; danach ein Rezitativ, was eines der umfangreichsten Instrumentalrezitative aller Zeiten darstellt, und wirklich was Besonderes ist durch die sprachhaften Gesten, die dort zustande kommen. Tatsächlich wirkt es sehr meditativ… Zum Schluss kommt eine Coda, eine meditative Improvisation über ein nicht immer vorhandenes D Pedal, und dann eine Schluss-Idee, weil die Fantasia Cromatica für uns Bratschistinnen da aufhört, wir haben nicht genug Finger, um die Fuge zu spielen. Oder wir warten noch auf den Komponisten, der uns den Spaß ermöglicht! Wir haben Zoltan Kodaly zu verdanken, dass dieses Wunderwerk vom Cembalo auf Bratsche transkribiert wurde, 1950. Ich finde den Schluss, komponiert von meinem Freund und Kollegen Hartmut Lindemann, wunderbar; für mich entspricht er dem Geist des Werkes und ist nicht kompliziert.

Ich benutze einen modernen Bogen für dieses Werk. Für andere Bach Werke, wie zB die da Gamba Sonate g-Moll (BWV 1027) würde ich einen Barockbogen benutzen, weil man automatisch mit einer anderen Gewichtung und einer anderen Grammatik spielt, man reagiert anders auf die Noten. Die Tanzformen, die die Grundform von vielen der Werke für Violine legen, sind leichter nachzuvollziehen; bei der Fantasia Cromatica sind die Überlegungen anders, die möglichst langgezogene Linien sind sehr wichtig, zusammen mit einer perkussiven linken Hand.

Im großen Ganzen ist es ein solches Geschenk an die Bratschenwelt, dieses Werk, das Kodaly für uns zugänglich gemacht hat. Wo man oftmals das Gefühl hatte, von der Literatur her zu kurz zu kommen, gibt es somit ein großes virtuoses Werk aus der Barock-Ära für Bratsche Solo.

 

Fantasia Chromatica, a work by J S Bach

Fantasia Chromatica…

 

It’s maybe 30 years since I began my „voyage of discovery“ with JS Bach’s masterpiece, the “Fantasia Chromatica”, BWV903. A journey which began in Brisbane, at the University of Queensland, under the tutelage of Elizabeth Morgan, and has taken me to a place of deep appreciation for Bach and his spontaneous wizardry – because after the unexpected harmonic wildness (Bach’s specialty?) and after you‘ve lost track of which key you’re supposed to be in, he brings you back to shore, safe and sound in d minor (depending on how one chooses to finish the Fantasia). I’ve had the good fortune to work on the piece with various colleagues, among them pianists, conductors, composers, who each communicated their sense of musical structure and grammar through vivid eyebrow motion and wild hand gestures; I hope I’ve gained some worthwhile insight! I’ve performed it at least once a year in the last 20 years – at the top of a snowy mountain in France (after trudging through snow, 6 months pregnant), I’ve performed it with two gorgeous male dancers, who I didn’t dare watch for fear of losing my place and causing them to trip, I’ve performed it at an International Women’s Day breakfast (at 7am – ouch!). It remains a challenge – on all levels, technical, emotional and intellectual. If my brain hurts at the end of the piece then I know I’ve done it well…

Johann Sebastian Bach is a monumental composer. For someone who preferred playing the viola to the violin he could have written more for the former! I have absolutely no qualms about stealing his chamber music from other instruments, my personal favourites being the d minor Partita, the g minor Viola da Gamba Sonata, and obviously, the Fantasia Chromatica. I find these works mesmerizingly beautiful; pain, heartbreak, rage, but also love, serenity and (occasionally!) joy transfigured into tangible musical poetry, frozen architecture (to quote Goethe), as if there were always beauty, truth and dignity present in our suffering, if we would only go deeper, and courageously peel back one more painful layer of unbearable experience. Bach himself was orphaned at age 10; he knows about loss, and he uses it as an expansive place, as a catalyst for colour and expression. We are now aware of the extent of the coding in Bach’s music – the gematrie – the (numerical) significances of various notes, the cross-referencing of chorales and encoding of people’s names and church festivals and events… His music takes on architectural characteristics of unheeded proportions. Although I’m not aware of the presence of chorales and citations in this work, the opening “statement” is referenced throughout the work, in differing tempi, often interspersed with long arpeggiated lines, giving it the feel of “festina lente”, hastening slowly.

Which composers can truly claim to be free of Bach and his influence…It still strikes me as hilarious that, following the infamous and reluctant meeting of Johannes Brahms and Richard Wagner, the latter apparently raged, “this wooden Johannes, upholder of the Bach traditions…” –  as if that were something negative! (Brahms couldn’t bear Wagner because he “needed a programme” in order to compose, and referred to the local brothel as the “Wagner Club”! No love lost there…) Mauricio Kagel states simply, “It might be, that a composer doesn’t believe in God. In Bach, however, they all believe!”

The Fantasia Chromatica was composed during the composer’s Cöthen period, between 1717-23; “Chromatica” was probably added by Franz Anton Hoffmeister when he published the work in 1802, in the same way that he presumably nick-named Beethoven’s famous piano sonata the “Moonlight Sonata”. (Mendelssohn apparently performed it as an opening piece for his recitals, as did Liszt, Busoni and Brahms; well before the big Renaissance of Bach’s music in the 20th Century, the Fantasia Chromatica enjoyed a fair amount of fame.)

A 17-piece orchestra of renowned musicians (soloists from the disbanded ensemble of Frederick the Great) had been assembled by Prince Leopold von Anhalt-Köthen, for which Bach was invited to compose secular music. So eager was he to begin in Köthen that he forgot to resign from his original position in Weimar, as concertmaster in the employ of the brother of Prince Leopold, Prince Johann, who promptly put him in prison for four weeks…

The Fantasia Chromatica is monolithic, it has no predecessor*, and perhaps only one successor, Mozart’s Fantasia in c minor KV475. An original manuscript has never been found; the earliest copy dates from 1730, and the sheer volume of copies turning up thereafter (also with some variations) bear testimony to its immediate and immense popularity. I like to think one can time travel with this piece, and be present at a performance of the great master himself, witnessing his phenomenal capacity for improvisation. The Fantasia Chromatica represents a significant moment in musical history – we are absolved from the tyranny of form over content; Bach holds no rules sacred, every note can pivot upon itself enharmonically and take us in a completely unexpected direction. In this sense, content triumphs over form, in wonderful anarchy.

Basically in 3 parts, it begins with mesmerizing runs and chords covering the entire range of the instrument, in an unrelenting toccata, followed by a recitative, which could be described as one of the most extensive instrumental recitatives of all time, with a wandering harmony (reminiscent of Wagner), in which all adherences to a central tonality are abandoned; any given note can function as an enharmonic pivot. The Fantasia concludes with quasi- improvised chords over a sometimes obscured “d” pedal point and then a token ending for the viola, because we don’t have enough fingers to perform the Fugue… I personally enjoy the ending concocted by Hartmut Lindemann, it’s concise, it echoes the beginning and is manageable.

I use a modern bow for the performance of the Fantasia Chromatica; being a transcription from a harpsichord work, it takes a different set of considerations to music transcribed from a violin work. (Zoltan Kodaly transcribed this work in 1950.) I do find it incredible how a bow can change your whole physical presence with a piece of music, as if the bow were some kind of simultaneous translator, bringing our awareness to the particular musical language with its inherent grammar, the nuances and natural weighting of notes in a particular passage suddenly coming to life in unexpected ways. Certain mysteries surrounding Bach are suddenly unraveled. Bach and Mozart were too difficult when I was a student – so many “do not”s surrounding them. Of course it’s easier to concentrate on the “do”s… and the appropriate bow helps an awful lot! Having said that, I perform the Fantasia with a modern bow – the long lines are difficult to “draw” with a shorter baroque or classical bow. It was originally intended for harpsichord – so considerations pertaining to articulation are obsolete. Here it’s more about preserving the toccata character, it’s more about the percussive action of the left hand, paired with long lines drawn with the bow.

The Fantasia Chromatica is a mesmerizing journey, a magic carpet ride, one on which time becomes distorted and space expanded, heightened through levels and layers of overtones. The greatest challenge of the piece for me is keeping the lines free and clean, to not be distracted by emotional intention, because it occurs naturally if the balance is correct, if the relationship between the “static” and the “fluid” is harmonious. The virtuosic viola indeed has a voice from the Baroque era.

*”Unendliche Mühe habe ich mir gegeben, noch ein Stück dieser Art von Bach aufzufinden, aber vergeblich. Diese Fantasie ist einzig und hat nie ihres Gleichen gehabt.” „I have gone to endless trouble, to seek out another work of Bach’s similar to this, but in vain. The Fantasia is unique, overshadowed by none.“ Nicholas Forkel, Bach’s first biographer,

…a musical heartbeat…

a musical heartbeat

It all starts with a heartbeat. That magical moment, when we see a new baby’s heart beating, pulsating with miraculous life, for the first time, irrefutable evidence of its own autonomous liveliness, we feel into our own pulse, our rhythm, our heart, we marvel that we are here, each beat reinforces our here-ness, the ontological wonder at how unlikely! but how blessed! we are to be here, and how our here and now is actually teeming with opportunities, The heartbeat is the proof and definition of life. And that’s where, for me, the music starts.

Music. It’s all around us, it’s within us, and like a sutra, it defines and expands us. We identify ourselves with it, probably more than we’d like to admit, music is our companion on journeys, our comfort in hard times, and an old friend when we rediscover past music and our past selves, the two often so intertwined that we can recall our apparel and our company from that very instant.

My life is about making music. I’m addicted, I’m a nerd, if I can’t get to my viola then I sing, if I can’t sing then I whistle, if I can’t whistle then I get grumpy. I grew up in the southwestern suburbs of Brisbane, mostly apologizing for being a musical nerd and so out of touch with “reality”, for not knowing who was on the local football team, for being fascinated with the experience of performing in a seething sea of a Beethoven Symphony, or the raciness of a Mozart symphony… I will never forget my first encounter with Gustav Mahler, in a rehearsal of his 1st Symphony, the emotional waves of tenderness, of irony, of cataclysm, of sheer willpower crashing all around me; I tottered out into the bright Queensland sunshine afterwards, not knowing what on Earth had hit me, stuttering like an idiot because I had no words for the profundity I had just experienced.

And music is profound. I love hearing from people that they were moved, that they were inspired, that they were transported during a performance, then I feel that I’ve made a difference for the better, everything’s been worth it! My wish is to be inspirational, that more and more is possible for people to achieve because they heard themselves in my music, or heard some aspect which allows more colour, more vibrancy into the world which they actively inhabit. Attending concerts makes us better listeners… I always tell my students, don’t play a note if you’re not intending to change the world. Music has been described as emotions which you hear; really good music feeds you complex emotions, if it be tragedy, then somehow poetic, if humorous, then with depth. We are emotional beings; we don’t gain in credibility and authenticity when we avoid our emotions, we gain in credibility and authenticity when we recognise, accept and manage them. And I believe music plays an important part in this process.

And yet we need to take those steps, in our society, necessary for ensuring that the contribution of the musician (and artist!) is as highly esteemed as that of the accountant or the engineer. I can’t help it that I’m a musician, music seemed to choose me! Why should my contribution be valued any less? I am horrified by the number of artistic and musical institutions which have already been closed this year; I’ve come to believe that the governments, with all the current funding cuts, have grossly underestimated just how empowering culture is, or else are aware, and have some strange agenda in which culture becomes inaccessible, and humanity dehumanised. Music and the arts document changes and developments in our world more accurately than the history books do – culture is our collective identity, and culture is what gives our lives a wonderful and distinctive flavour, music and the arts make our lives liveable. In the words of George Bernard Shaw, “Without art, the crudeness of reality would be unbearable”.

I hope you enjoy my “musical heartbeat”; I look forward to comments, feedback, anecdotes, musical quotes. I hope this can be a space where we can meet and share about music and life, I hope that this can be a place of inspiration. xx

A little sound byte…